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INR-Wert

06.08.2018

INR Wert und Quick Wert

Was ist der INR-Wert?

Bei der Verklumpung von roten Blutkörperchen können Blutgerinnsel entstehen. Krankheiten wie Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, drohende bzw. stattgefundene Herzinfarkte, Schlaganfälle, Thrombosen und Embolien erfordern oft eine notwendige Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln. Damit diese gerinnungshemmende Medikation zuverlässig und sicher angewendet werden kann, muss fortlaufend eine Wirkungskontrolle erfolgen, die im Labor oder über Blutgerinnungs-Messgeräte mit dem sogenannten Quick- oder INR-Wert nach einer Blutprobe erfolgt.

 


Modernisierung und Standardisierung – Aus Quick- wird INR-Wert

Das Medikament Marcumar (Vitamin-K-Antagonist) verzögert die Blutgerinnung in einem therapeutisch, kontrollierbaren Rahmen und hat sich über die Jahre bei vielen Patienten bewährt. Wie stark oder schwach die Gerinnungshemmung ist, hängt unter anderem von der Marcumar-Dosierung ab. Aus diesem Grund muss eine regelmäßige Überwachung, bei Einnahme von Gerinnungshemmer stattfinden, in Form von Blutabnahmen, damit eine Anpassung der Dosierung erfolgen kann. Eine individuelle Dosierung muss angestrebt werden, da jeder Patient unterschiedlich auf Marcumar-Dosierungen reagiert und eine Pauschalisierung unmöglich ist. Marcumar (Vitamin-K-Antagonisten) verstärken und begünstigen die Blutungsneigung. Regelmäßige Kontrollen sollen diese Blutungsneigungs-Risiken minimieren, was bei korrekter Anwendung von Marcumar sehr gut funktioniert. Bisher diente der Quick-Wert zur Wirkungskontrolle, dessen Messergebnis immer von der Messcharge abhängig ist, weshalb er zunehmend vom moderneren und internationalen INR-Wert abgelöst wird. Bei Einnahme und üblicher Dosierung von Gerinnungshemmer wie Marcumar, sind Quick-Wert-Ergebnisse im Bereich von 20-30% und für den INR 2,0-4,0 die Regel. Nochmal: Von einer Pauschalisierung der Dosierung wird abgeraten! Der zuständige Arzt muss langsam und kontrolliert die richtige Dosis finden. Die hier genannte übliche Dosierung, ist ein Annäherungswert und ein Erfahrungswert der bei den meisten (aber nicht allen) Patienten zutrifft. Bei extrem niedrigen (<1,5) oder extrem hohen (>4,5) Gerinnungswerten, besteht eine erhöhte Thrombosegefahr oder Blutungsgefahr.

 

Erhöhte INR = niedriger Quick

was sind quick- und inr-wert - quick und inr-wert verhalten sich gegensätzlich zueinander - infografik gegensatz darstellung mit zwei pfeilen rot und grün

Der Quick- und INR-Wert verhalten sich zueinander gegensätzlich. Wird also der INR-Wert steigen, fällt analog der Quick-Wert.

 


Gerinnungswerte dokumentieren – Ein nachvollziehbarer Therapieverlauf

Der Therapieverlauf des Patienten sollte bei Einnahme von Gerinnungshemmer mit Marcumar und anderen Vitamin-K-Antagonisten dokumentiert werden. Jeder Marcumar-Patient erhält in der Regel einen Marcumar-Ausweis, der lückenlos ausgefüllt und bei sich getragen werden sollte. Es muss jederzeit nachvollziehbar sein, welche Marcumar-Dosierung der Patient eingenommen hat und wie hoch die Blutgerinnungs-Werte bei der letzten Blutentnahme waren. Diese Nachvollziehbarkeit dient nicht nur dem eigenen Therapieerfolg, sondern auch fremden Personen, wenn der Gerinnungs-Patient sich in einer Notsituation befindet und zBsp. von Notärzten oder Sanitätern behandelt werden muss, da eine Blutungsneigung besteht, die bei offenen Wunden und Verletzungen die Verblutungsgefahr begünstigt. Bei zu hohen INR- bzw. zu niedrigen Quick-Werten besteht eine stark vermehrte Blutungsbereitschaft, während gegensätzlich bei zu niedrigen INR- bzw. zu hohen Quick-Werten eher die Blutgerinnsel Entstehung begünstigt sein kann. Schwankungen beider Gerinnungs-Werte sind üblich, dagegen sollte bei großen Abweichungen des Zielbereiches, umgehend die Marcumar-Dosierung angepasst und verändert werden. Bis die Werte wieder stabil bleiben, muss davon ausgegangen werden, dass eine häufigere Blutabnahme erforderlich ist.

 

Marcumar-Ausweis

marcumar ausweis für die dokumentation des therapieverlaufs. persönliche patientendaten und gerinnungswerte als INR- oder Quick-Wert in tabellarischer form

Auf dem Marcumar-Ausweis stehen die persönlichen Patientendaten, die Diagnose(n), Medikamente und der Arzt/Klinik/Praxis mit Anschrift. Der Ausweis besteht aus mehreren aufklappbaren Seiten, die hier gezeigte Vorderseite + die Seiten in tabellarischer Form. In den Tabellen werden die Gerinnungswerte mit Datum, Tablettenanzahl (Dosierung) und Anmerkungen eingetragen. Der Marcumar-Ausweis muss immer von dem Patienten mitgeführt werden, damit jeder Arzt, Klinik oder Praxis von der Marcumar-Einnahme bescheid weiß und genau nachvollziehen kann, wie in der Vergangenheit mit Gerinnungshemmer dosiert wurde und wie niedrig/hoch die Gerinnungswerte an Tag X waren. Besonders in Notfällen ist die Information sehr wichtig, wenn der Patient zBsp. nicht mehr bei Bewusstsein ist und es ihm nicht möglich ist, das Fachpersonal in Kenntnis zu setzen.

 

Dokumentation im Gerinnungsmessgerät

Im CoaguChek INRange System bietet das Gerinnungsmessgerät – von dem Hersteller Roche – die Möglichkeit, dass der Therapieverlauf, also alle Messergebnisse, sofort und automatisch vom Gerät selbst gespeichert werden. Nach jeder Messung wird das Messergebnis mit Datum und Zeit intern gespeichert und kann jederzeit abgerufen werden. Der Therapieverlauf wird tabellarisch und grafisch strukturiert als Diagramm dargestellt, sowie nach Datum und Zeit über den ausgewählten Zeitraum (60/90/180-Tage) abgerufen und angezeigt.

Zusätzlich hat man die Möglichkeit, den abgespeicherten Therapieverlauf in Richtung Computer zu übertragen. Entweder über den USB-Anschluss oder über Bluetooth (kabellos) können die Daten vom Gerät zum Computer transferiert und weiterverarbeitet werden.

 


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